Corona Update: Kein Plan

SNAFU – Military slang „Situation Normal All F** Up“

Für den 4.5.2020 hatten wir, in unserer Funktion als Eltern und Arbeitnehmer, die Wiedereröffnung der Schule und des Normalbetriebs geplant. Das hat nicht geklappt.

Was nun? Ich hab’s auch mal mathematisch überschlagen und bin in unserem deutschen, perfekten, Corona-Tempo auf ca. 60 Jahre gekommen. So lange würde es bei einer weiteren, linear verlaufenden Ausbreitung im aktuellen Tempo dauern, bis die Gesamtbevölkerung Deutschlands mit dem Virus infiziert ist. Wieso linear? Ist das nicht exponentiell? Im Moment nicht mehr, wobei man dabei wirklich nur von einer Momentaufnahme sprechen kann.

Was Kritiker des RKI, inzwischen auch viele Politiker darunter, nicht verstehen, das RKI aber von Anfang an verstanden hat: Wir blicken auf einen statistisch beinahe unbedeutetenden, winzigen Bereich der inzwischen berühmten „Kurve“. Bei Naturkatastrophen und ähnlichen Großereignissen wie der Klima-Katastrophe hat man lange Zeit den gleichen Fehler gemacht: Man hat in trumpscher Manier einen winzigen Ausschnitt, 2 Monate aus 500 Jahren, betrachtet und gesagt: Hey, es ist aber kälter geworden! Und mehr Regen.

Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, über welchen Zeitraum man normalerweise eine Pandemie betrachtet. Hängt mit Sicherheit von vielen Faktoren ab, Sterblichkeit, Ansteckungsrate und anderes. Als jedoch vor 3 Wochen ein Verwandter erzählte, er hätte Corona gehabt (ungetestet, milde Symptomatik), konnte ich mit Sicherheit nur sagen: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering. Zu diesem Zeitpunkt hatten, vom statistischen Durchschnitt rückwärts gerechnet, ca. 200 Menschen in ganz Freiburg das Virus. In Freiburg und Umland leben ca. 200.000 Menschen. Aktuell dürften es vermutlich doppelt so viele Infizierte sein.

Die pflegerischen Kollegen meiner Frau berichteten von der Test-Stelle Messe / Flughafen, dort sei „tote Hose“ (no pun intended). Die Pfleger/innen waren alle negativ.

Eigentlich wollte ich nicht auch noch mit der „Heinsberger Studie“ nerven, aber die Involvierung von Bildzeitungs-Fachpersonal im Marketing-Teil der Studie reicht mir persönlich, um Dunkelziffer-Ratespiele aus meiner Gedankenwelt wegzulassen. Einfach über die neuen, alten Grenzen schauen, denke ich mir immer wieder. Wo waren wir? Ach ja: Über welchen Zeitraum betrachtet man eine Pandemie, und woher weiß das RKI das? Ist halt denen ihr Fachgebiet, schätze ich. So bleibt dem RKI die unrühmliche Aufgabe, tagtäglich zu berichten: „Wir können eigentlich noch garnix sagen, aber seit bitte extrem vorsichtig – so etwas geht, ab und zu mal, verheerend aus.“  – leider hat das kaum einer kapiert.

Sicher ist: Vorbei ist die Pandemie noch lange nicht. Aus dem aktuellen Elternbrief unserer Grundschule zitiert:

Leider ist der Termin für die Wiederaufnahme des Unterrichts für Grundschüler weiter völlig unklar. Wir alle wissen nicht, wann und mit wie vielen Unterrichtsstunden die Viertklässler wieder in die Schule kommen dürfen und wie es dann auch für die anderen Jahrgänge bis zu den Sommerferien weitergehen wird.

Das heißt, die „Schule zu Hause“ muss weiterlaufen und Sie als Eltern sind weiter herausgefordert, Ihre Kinder dabei gut zu begleiten

Es hat sich zum Beginn der Krise für uns persönlich bis jetzt nichts verändert. Der Überstunden-Counter meiner Frau steht bei optimistischen 230h. Ich, der Techniker, mache weiter Homeschooling. Wir versuchen nun, das ganze etwas besser zu staffeln, ich nehme mir die Freiräume zum Arbeiten, die mir möglich sind. Das ist nicht viel.

Ich halte Sie auf dem Laufenden – und habe wie üblich auch ein paar Ideen, damit am Ende vielleicht doch alle glücklich sind.

M.G.