Was ist Cloud?

Das Web, genauer gesagt die Rechenzentren und Server, haben seit Beginn des Internet einige „Ausbaustufen“ vollzogen.

Von den „Bare-Metall“ Servern bis zum heutigen „Infrastructure-as-Code“ (IaC) wurde die Leistung immer weiter virtualisiert und abstrahiert.
Beim Mobilfunk kennen Sie die aktuelle Ausbaustufe „5G“ – den Nachfolger von „4G“. Genauso ist IaC der Nachfolger von PaaS (Platform as a Service). Die Grenzen sind dabei fließend, aber vorhanden.

IaC – das ist die Cloud.

 

Wer? Wo? Wie?

Leider gibt es bisher keine echten deutschen IaC Anbieter, sondern ausschließlich US-amerikanische (Google Cloud, Amazon Web Services, Microsoft Azure, Cloudflare) und asiatische (Alibaba) Anbieter. Dies ist aber tatsächlich der einzige Vorbehalt, den man gegen AWS haben sollte.

AWS ist sehr teuer – trotzdem würde ich Unternehmenskunden niemals zu etwas anderem Raten, falls es keine rechtlichen Bedenken gibt. Die Cloud ist einfach etwas anderes, der logische nächste Schritt. Die Flexibilität und Hochverfügbarkeit findet man auf deutschem  Boden bisher leider nicht, wenn man nicht noch tiefere Taschen & viel Zeit hat. AWS-Projekte sind für mich eigentlich sorgenfrei, während die klassischen VServer immer mal wieder Heuschnupfen haben.

Redundanz und Hochverfügbarkeit

Loadbalancing und Ausfallssicherheit sind durch mich in der AWS Virtual Private Cloud jederzeit realisierbar. Ebenfalls kann ich über VPN, NAT und vorgeschaltete Instanzen segmentierte und hochsichere Systeme erstellen, bei denen unbefugtes Eindringen durch das Internet unmöglich ist. Über DirectConnect können ganze Firmennetzwerke direkt an die Cloud angeschlossen werden, mit eigener Route, nicht durch das WWW.

Die Konfiguration von IaC ist komplex und erfordert sehr gute Grundkenntnisse im Netzwerk- und Serverbereich so wie spezielle Weiterbildungen. Ich hoste seit 2017 auch bei AWS und habe seit 2018 Fortbildungen zum AWS Solution Architect begonnen. Nach AWS-Einstufung bin ich (inoffiziell) über Level 200 bzw.Professional Solutions Architect / DevOps Engineer. Offizielle Zertifizierungen habe ich jedoch bisher nicht abgeschlossen, versuche dies aber in Zukunft nachzuholen.

 

IaC gibt es tatsächlich schon länger, als „die Cloud“. Script-basierte Steuerung von virtuellen Maschinen, dynamisches hoch- und runterfahren getriggert durch ein Webinterface, wie im Kundenpanel eines Hostinganbieters, oder Änderungen an der Konfiguration eines Servers durch eine Verwaltungssoftware wie Plesk, all das war schon deutlich früher da. Die Cloud ist jedoch sehr viel umfangreicher, einheitlicher und granularer steuerbar, als bei klassischen Hostinganbietern. Bei AWS und anderen Anbietern wurden sämtliche Funktionen einer echten Infrastruktur, wie Router, Gateways, Firewalls, IDS, Nameserver, serverlose Datenbanken, Load Balancer und vieles mehr virtualisiert und sind unter einem einheitlichen Interface bzw. einem CLI steuerbar. Tatsächlich ist die Liste an virtuellen „Geräten“ bei AWS mehrere Seiten lang und wird ständig länger. Dazu kommt, dass all dies gemanaged ist, sprich um die reine Funktion aller Schichten unterhalb der Userebene muss ich mich nicht kümmern, und sämtliche Services werden minütlich oder in vergleichbarer Taktung exakt abgerechnet (ist trotzdem teuer). Und obendrauf: Moderne Orchestrierungstools automatisieren eine ganze Flotte an Servern, Logfiles werden automatische ausgewertet, die Cloud hat einen so starken Tiefgang, dass man sich nur schwer vorstellen kann, wer das eigentlich gebaut hat und mit wieviel Manpower. Vergleicht man AWS mit der Microsoft-Cloud Azure, wird einem schnell klar, dass es sich hierbei auch um ein „Arms-Race“, also eine Art Wettrüsten der reichsten Unternehmen der Welt handelt – und AWS liegt mit großem Vorsprung auf Platz 1, „kleinere“ Anbieter wie IBM, Google oder Ionos können hier auch in absehbarer Zukunft nicht mithalten.

Braucht man das unbedingt? Für ein Netflix: Mit Sicherheit. Für die Katzenwebseite von Oma Liese? Natürlich nicht. So sehr ich die Technik der Cloud bewundere, so sehr sehe ich die Monopolisierung skeptisch – und hoffe gleichzeitig auf eine Euro-Cloud, vielleicht sogar eine Open-Source-Cloud, dezentralisiert, trotzdem einheitlich und mit vielen Vorteilen.